Lied
am Grabe
Johannes
20,1-10
Niemand
weiß, wie lange werden wir noch sein,
morgen
oder heute holt der Tod uns ein.
Keiner
kann uns helfen, jeder stirbt allein,
und
es bleibt am Ende nur ein Grab, ein Stein.
Alle
unsre Namen wird der Wind verwehn,
oder
ruft uns einer, dass wir fortbestehn?
Kann
es sein, dass Gott uns einst vom Tod befreit
und
in Freude wandelt alles Menschenleid?
Ob
wir dann wie Kinder vor dem Vater stehn
und
mit neuen Augen seine Wunder sehn?
Werden
wir dann hören, wie die Schöpfung singt,
wie
das Lied der Sterne und der Blumen klingt?
Eine
neue Erde, wie soll das geschehn,
dass
wir unsre Lieben einmal wiedersehn?
Oder
sind das Träume, die wir uns erdacht?
Wer
von uns ist jemals aus dem Tod erwacht?
Wer wälzt von dem Grabe uns den schweren Stein?
Wer
kann, wenn wir tot sind, uns vom Tod befrein?
Einen
sah ich sterbend in das Leben gehn,
und
ihm will ich glauben, dass wir auferstehn.
Lothar Zenetti
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